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Neu: "Meinst Du das politisch oder sexuell?"


Klappentext

1968 ist schon vier Jahre vorbei und entsetzt merken die engagierten jungen Menschen, dass ein kleiner Teil ihrer Generation in die Extreme abdriftet. Dabei will doch kaum jemand diese Gewalt. Doch an der Uni Berlin und in anderen Städten gehen die Uhren schon anders. Die RAF gründet sich und so kommt das, was eigentlich zunächst weit weg ist, plötzlich ganz nah in diesem Sommer 1972 auf Sylt.

Barbara hat einen Ferienjob in der Kurverwaltung in Hörnum übernommen, um das Leben zu finanzieren, dass sie sich erträumt. Im eigenen Haus direkt an der Ostsee in Strande. Da kann die Uni in Kiel mit dem Politikstudium gut noch ein wenig auf sie warten. Die meiste Zeit wird in diesem Sommersemester sowieso gestreikt, da verpasst sie nicht viel.

Abends geht Barbara oft in die „Aalreuse“. Das verrauchte Lokal punktet mit der neusten Musik und einer nur sehr kleinen Tanzfläche. Die jungen Gäste sitzen auf kleinen Hockern, als Tische gibt es alte dunkelbraune Bierfässer. An den Wänden hängen alte Fischernetze. Beleuchtet wird der Raum mit Kerzen, die auf Whiskey-Flaschen stehen und herabtropfen. Hier trifft Barbara die vielen anderen jungen Leute, die meist auf dem nahegelegenen Hörnumer Campingplatz wohnen.

So hat Barbara drei schöne Monate vor sich, denn den Ferienjob hat sie bis zum Ende der Saison im September. Die Arbeit geht ihr leicht von der Hand, den Ort liebt sie sowieso, weil sie schon als Kind in den Ferien immer die ganzen sechs Wochen hier ist. An einigen Wochenenden fährt sie nach Hause, wo sie mit ihrem Mann Jan zusammen lebt. Auch er kommt sie manchmal besuchen, in der kleinen Wohnung der Gemeinde ist genug Platz für zwei. Doch plötzlich muss sie feststellen, dass das Leben einen ganz anderen Weg geht, als sie es sich denkt.

Die Einstellungen und Gefühle dieser Zeit, die sehr laute und rebellische Musik, die sozio-politischen Strömungen, aber auch das freie Leben der jungen Menschen nehmen nochmal in eine lebendige Zeit mit. Die hat mit Sicherheit die gedanklichen und moralischen Grundlagen einer ganzen Generation gelegt. So werden sich viele Leser wiederfinden in dieser Zeit, die Spuren in uns allen hinterlassen hat.

VAS Verlag, Bad Homburg, 2014, ISBN 978-3-88864-531-0, 14,80 Euro.

Ein toller Artikel heute von Cornelia Müller (KN)

Erschienen am 15. Juli 2014 in den "Kieler Nachrichten", Eckernförder Ausgabe, am 16. Juli in der Kieler Ausgabe und am 16. Juli auch im "Kieler Express"...

Lesung in Dietrichsdorf

"Die Strander Autorin Gabriele Schreib stellt in ihrem Buch ihr Zeitwissen unter Beweis, denn sie beschreibt am Beispiel der Protagonistin Barbara anhand des Sommers 1972 auf Sylt die 60er und 70er Jahre - und das alles äußerst temporeich, witzig und auch autobiografisch. So wird auch der Untertitel des Werkes 'Ein Sommer auf Sylt mit einer 68er Brise' verständlich, denn 'damals war alles Politik, sogar Sex - das hat uns Uschi Obermeier aus der Kommune 1 beigebracht', meint Gabriele Schreib. Die Kapitel sind voller Humor, ohne zu verharmlosen. So werden sich viele Leser wiederfinden in dieser Zeit, die Spuren bei vielen hinterlassen hat."

Förderverein Stadtteilbücherei Neumühlen-Dietrichsdorf e.V. - 23.04.2015

Rezension bei Amazon

5.0 von 5 Sternen Sittengemälde der 60er und 70er Jahre
Von Freya am 29. März 2017
Gabriele Schreib nimmt uns in "Meinst du das politisch oder sexuell?" (genialer Titel übrigens) mit in die Welt der jungen 70er Jahre mit viel Bezug in die 60er, vor allem aber auch 67 und 68. Sie versteht es, die kleine und große Politik, Studentenunruhen und RAF und Club of Rome, einzubetten in das ganz Persönliche. Ihre Protagonistin erlebt einen Syltsommer mit tiefen Tiefs und warmen sonnigen Höhen. Wer Schleswig-Holstein, Kiel und die Uniwelt inklusive der Professoren Kaltefleiter, Röhrich, Freund und Clausen kennt, kommt gar nicht darum herum, hier seine Erinnerungen aufzufrischen. Wer zu jung ist, sich daran zu erinnern, wird erfahren, dass der Weg der Frauenemanzipation ein langer und steiniger war. Welche junge Frau kann sich heute noch vorstellen, dass der Ehemann auch gegen ihren Willen den Job seiner Frau kündigen konnte, nur weil es ihm so passte oder, wie es damals dann hieß, weil es den ehelichen Verpflichtungen zuwiderlief? Gut, dass Gabriele Schreib daran erinnert.